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Freunde

Freunde
Ein Begriff, der mir irgendwie unbekannt und doch sehr nahe ist. Denn was sind Freunde? Wo sind sie mit der Zeit hin? Kindergarten- und Grundschulzeit gab es schon nette Wegbegleiter, mit denen ich auch ein paar Jahre viel gemacht habe. Aber je älter man wurde , umso weniger bekam ich die Chance mich überhaupt ersteinmal zeigen zu können.
Sind den Freunde, jene, die sich von einem abwenden , wenn es mit einem selbst plötzlich bergab geht? Wenn man gerade in so einem Moment jemand gebraucht hätte, der einem beisteht? Oder lag es doch an mir , weil ich einfach nicht war, wie ich hätte sein sollen?
Nur ein noch so kleiner Fehlschritt macht alles kaputt. Kann das wirklich Freundschaft bedeuten? Menschen , mit denen man einige Jahre verbracht hat, sich anvertraut hat. Es bleibt mir ein Rätsel wieso ich einfach nur alleine gelassen wurde. Oder war es doch einfach mein Fehler.  Nun sind Jahre vergangen, und es tut mir heute doch noch irgendwie weh , wenn ich an diese grausamen letzten Schuljahre denken muss. Ich bekam keine Chance mehr.
Nach langem alleinsein entwickelte sich dann eine wirkliche tolle Freundschaft. ( Wie ich damals wohl noch dachte ) . Ich fühlte mich sehr wohl , verstanden , aufgenommen. Ich konnte sein wie ich bin. Ich kam unter Leute , erfand mich selbst neu. Es war eine sehr schöne Zeit. An die ich sehr gerne zurückdenke, weil ich solch einen Spass und Lebensfreude bis heute noch nicht wieder hatte.
Was genau passierte kann ich garnicht genau sagen. Es gab öfter Zoff, Zickereien , irgendwann war dann dieser , aus meiner damaligen Sicht , toller Mensch weg. Einfach weg.
Seitdem konnte ich nie wieder irgendeinen Menschen so nahe an mich heranlassen. Vorallem weibliche Personen.  Auch das Verlangen nach einer guten FreundIN ist nicht mehr da. Wohl werde ich den Begriff  ´wahre Freundschaft ´  nie wirklich definieren können.
All die Aufmerksamkeit und Beachtung meiner Person holte ich mir , schon immer , von den Männern. Denn die hatten bisher nicht irgendetwas an mir auszusetzen. Und wenn es größtenteils auch nur diese körperliche Sache war, fühlte es sich sehr gut an. etwas wert sein.
Und diese Gesichter von den gleichaltrigen/Mitschülern , dass war immer wieder toll.


27.8.14 17:07, kommentieren

Die Angst kommt zurück, doppelt so stark

Supermarkt. Ich, meine Schwester & Kind. Plötzlich stehen wir mitten im Laden und ich fange an extrem zu schwitzen. Mir ist schrecklich heiß geworden. Hab die Jacke ausgezogen. Immer noch extrem heiß. Leichter Schwindel. Ich habe nichts gesagt nur beeilt um schnellstmöglich an die Kasse und nur noch raus zu kommen.
Natürlich dachte ich erst es wäre nur der Kreislauf oder so gewesen.     Kurze Zeit später war ich alleine mit meinem Kind einkaufen....wieder genau das selbe...! Und noch einige mal mehr. Nun war mir klar, dass das kein Zufall mehr sein kann, dass das immer beim Enkaufen passiert. Also habe ich mich im Internet umgeschaut, und war mir ziemlich sicher das das Angst-und Panikattacken sind.
 Von mal zu mal schien es schlimmer und schlimmer zu werden. Ich hatte so Angst irgendwann mal irgendwo umzukippen.
So wurde es alles schlimmer..nun schon seit 2 Jahren. Mittlerweile kann ich nur noch sehr sehr selten alleine weg. Autofahren alleine fast unmöglich. Obwohl ich auch oft mal so einen Tag habe da geht selbst alleine Auto fahren und einkaufen oder sonstiges außerhalb meines Ortes. Umso größer ist dann wieder die Enttäuschung von mir selbst , wenns dann wieder ein richtiges Tief gibt.
 Ich versuche sehr oft gegen mich selbst anzukämpfen, aber schaffe es nur selten.
 Vor 8 Monaten nun hat mich mein Freund verlassen. Wahrscheinlich war das alles wohl zu anstrengend, obwohl ich ihn gerade jetzt sehr gebraucht hätte. Aber ich bin wohl selbst Schuld daran. Meine Familie steht mir bei, wenn nicht dann....ja dann wüsste ich nich wo ich nun wäre.


Ich leide sehr darunter, jeder Tag ist ein Kampf für mich.
Nun möchte ich aber endlich mein Leben wieder genießen können. Oder überhaupt erstmal genießen!
Denn endlich, nach viel zu langer Zeit, steht mir ein Termin beim Psychologen bevor.

Ich werde euch davon berichten

1 Kommentar 29.7.14 21:52, kommentieren

Das Leben genießen..

Vor 5 Jahren dann kam ich mit einem Mann zusammen, mit dem ich mir den Rest meines Lebens hätte vorstellen können. Es war schön, geliebt zu werden , Freude zu haben am Leben. Und als ich dann erfuhr das ich schwanger bin , begann ein viel besserer Lebensabschnitt für mich. Freude, Spass , Liebe.  Ich war gesund und fühlte mich nun auch endlich genau so. Setzte dann sofort meine Medikamente ab.
Ich hatte eine schöne Schwangerschaft , auch wenn ich viel ohne meinen Freund war. Entfernungstechnisch.
Dann kam mein kleiner Schatz nach einem großen Kampf endlich auf die Welt. Ich konnte lachen. Alle freuten sich mich lachen zu sein, einfach glücklich sein.
Noch immer war ich viel alleine mit meinem Kind.
Und vor etwa 2 Jahren ging es dann los.
....

29.7.14 21:49, kommentieren

Der erste Schritt

Zuhause angekommen, war mir gleich klar. Ich brauche Hilfe. Wo soll das alles nur enden. Also entschloss ich , mit Unterstützung meiner Mutter , zu einem Psychiaterin zu gehen. Es fiel mir überhaupt nicht leicht mit der Ärztin darüber zu sprechen, bzw überhaupt irgendwas aus meinem Mund zu bekommen. Sie ließ mir ein paar Minuten Zeit und sagte, wenn sie wiederkomme und ich immer noch nichts sage, würde sie mich direkt ins Krankenhaus einweisen. Noch an diesem Abend.
Mir wurde Himmelangst , also erzählte ich alles. Sie wies mich daraufhin direkt in eine Tagesklinik ein. Ich war erst überhaupt nicht begeistert.

Nun war der Termin also gekommen und wir fuhren in die Tagesklinik. Es dauerte garnicht lange und ich war froh da gelandet zu sein. Ich fühlte mich gut. Auch wenn es eine unglaublich anstrengende Zeit werden sollte. Meine Mitpatienten waren unglaublich nett und offen. Und ruckzuck hatte ich viele neue Bekanntschaften gemacht , ohne Probleme.
Diagnose : Soziale Phobie, emotionale Störungen, Depressionen

Nun standen also 5 Tage die Woche viele Stunden in der Klinik an. Verhaltenstherapien, Ergotherapie, Einzelgespräche mit dem zuständigen Therapeuten (ich hatte kein großes Glück -.-) , Sport , Autogenes Training, Ausflüge,Spaziergänge usw.
Ich muss sagen das war meine beste Zeit die ich bis dahin je gehabt habe.
Das war also mein erster Aufenthalt . ca. 3 Monate lang.
Dann kamen die Weihnachtsfeiertage und Silvester. Nicht mehr jeden früh in die Klinik fahren. Sich geborgen und geschützt fühlen.
Der Aufenthalt hatte mich sehr weiter gebracht und ich fühlte mich auch besser. Aber doch noch nicht gut genug um bereit “für die Welt da draussen” zu sein.
Also im Januar gleich wieder zur Ärztin und sie hat es möglich gemacht dass ich gleich am selben Tag wieder aufgenommen wurde.
Also arbeitete ich weiter kräftig an mir selbst. Als ich dann 18 wurde, wurde ich gleich auf Medikamente eingestellt. Venlafaxin wenn ich mich recht erinnere. Nach ein paar Wochen endete also auch mein zweiter Aufenthalt.
Wie lange genau ich dann zuhause war, weiß ich nicht so genau. Jedenfalls irgendwann im Sommer begann dann mein Aufenthalt Nummer 3. Endlich hatte ich da auch einen weitaus besseren Therapeuten und noch viel bessere Mitpatienten. Mit denen ich teilweise noch heute Kontakt halte. Ja, ich begann endlich mich wieder richtig gut zu fühlen. Ich wurde offener und redseliger. Es war insgesamt das beste was mir passieren konnte. Ich hatte wieder Kraft, Kraft zu leben und zu lieben.

 

 

1 Kommentar 29.7.14 21:21, kommentieren

wie alles so begann…

Wahscheinlich begann alles schön früher. In der Schulzeit.So ca. ab der 8. Klasse. Ich verliebte mich in einem scheinbar falschen Jungen. Er konnte mich überhaupt nicht leiden, war wohl hässlich, nicht aufgedonnert, und freizügig genug. Das entnehme ich jetzt einfach mal seinen Freundinnen, die ich gesehen oder gekannt habe.
Er erzählte es jedem weiter, dass ich einen derbe peinlichen (aus meiner Sicht heute) an ihn geschrieben habe. Und schon war ich das Gespött der Schule. Ich dachte noch es vergeht wieder,mit der Zeit. Falsch gedacht. Es wurde immer immer schlimmer. Es wurde immer wieder etwas neues gefunden was so lustig an mir war. Freunde wendeten sich immer mehr ab. Alle spotteten über mich. Ich wehrte mich nicht. Perfektes Opfer. Ich begann die Schule zu schwänzen für ein paar Tage. Den Sportunterricht SOWIESO. Ich war nicht mega unsportlich, aber trotzdem haben sie immer irgendwas gefunden. Ich hatte überhaupt niemanden mehr in der Schule. Außerhalb der Schule hatte ich nach und nach mehrere Partner, Männerbekanntschaften. Es tat unglaublich gut , Anerkennung und Interesse zu bekommen.
Ich begann mich zu ritzen. Sogar manchmal WÄHREND des Unterrichts. Niemand hat mich je darauf angesprochen. Weder Mitschüler, noch Lehrer.
Es war mir ein Fest als ich endlich die Schule verlassen konnte, auch noch mit einem relativ gutem Realschulabschluss. Ich hatte die Hoffnung das der ganze Horror nun endlich ein Ende hat. Und ich all meine Mitschüler nie mehr sehen musste. Bis heute war ich auch noch auf keinem Klassentreffen und werde es wohl auch nie!

Nun also begann ich meine Lehre. Während des Theorieunterrichtes musste ich gezwungenermaßen in einem Wohnheim bleiben. Mit 6 anderen Azubis. Sie waren wirklich nett. Und die Lehre hat mir wirklich gefallen und mich interessiert. Aber es dauerte garnicht lange undmich holte die Vergangenheit wieder ein. Es bildeten sich Grüppchen, neue Freundschaften…und ich?! Ich war allein. Aber wahrscheinlich war ich nur so allein weil ich alles aus der Schulzeit noch in meinem Kopf hatte.      Zwei redeten etwas leiser miteinander , ich dachte sie lästern über mich und so weiter. So entwickelte sich das , dass ich dachte wieder können mich alle nicht leiden. Was bestimmt , denke ich im Nachhinein, garnicht der fall war. Denn alle kamen aus einer ganz anderen Gegend und kannten mich ja nun garnicht. Ich fühlte mich so schrecklich, dass ich die Lehre abbrechen musste. Ich bereue es heute sehr.

Nach ca einem Jahr Ärger mit meinen Eltern und mir selbst , entschloss ich mich für einen neuen Versuch. Also beworb ich mich um einen FSJ Platz.  Diesen bekam ich auch. In der nächstgelegenen Stadt , und zog auch dahin ; in eine WG ; weil es einfach zu umständlich gewesen wäre nachhause zu fahren jeden Tag. Das Arbeitsklima war rau, und mir machte die Arbeit von Anfang an auch überhaupt keinen Spass. Aber ich wollte es mir und anderen doch unbedingt beweisen, dass ich auch etwas schaffen kann.
Fehlanzeige ! Nur einen Monat arbeite ich dort.
Dann bin ich für 7 Tage einfach abgehauen. Keiner wusste wo ich bin. Ich selbst auch erst nicht. Ich setze mich einfach blind in einen Zug und bin drauflosgefahren.

Nebenher hatte ich wie gesagt einige Männerbekanntschaften aus Chats etc. Die mir einfach das gaben, was ich sonst nirgends bekam.
Darunter auch ein Mann, mit dem ich schon einige Monate schrieb. Also kam mir dieser Gedanken einfach zu ihm zu fahren.      Als  ich ihm dies mitteilte begann er erstmal reinen Tisch zu machen.
Ich war damals 17 . Er sagte er sei 26.
Nun aber in Wirklichkeit war er Mitte 30 und hatte eine Tochter.
Was blieb mir denn aber schon übrig? Nun war ich mit dem Zug unterwegs. Wohlgemerkt auch das allererste Mal!
Etwa 500 Kilometer.
Schreckliche Angst hatte ich.
Irgendwann mitten in der Nacht kam ich an. Also verbrachte ich nun mehrere Tagen bei ihm. Und Sex wollte er auch, ich habe mich geekelt. Aber zu desem  Zeitpunkt war mir einfach alles egal.Da hatte ich keine angst mehr. Jedoch wenn ich heute daran zurück denke, was mir hätte alles passieren können….unvorstellbar heute für mich.
Meine Eltern waren in großer Angst , kurz davor die Polizei einzuschalten. Ich meldete mich bei ihnen und sagte ich sei in den nächsten Tagen zurück.
Je näher ich meinem Zuhause kam umso bewusster wurde mir was ich eigentlich getan hatte. Ich hatte Angst was als nächstes passieren sollte mit mir. Ich erkannte mich selbst nicht wieder.
Diesen Mann hab ich seitdem nie mehr gesehen, geschrieben oder sonst irgendwas. Und nie habe ich mit meinen Eltern darüber gesprochen.

29.7.14 21:18, kommentieren